Archiv -> Archiv Brandenburg 2002

Archiv - Brandenburg 2002 Archiv

zum Inhaltsverzeichniszum Seitenanfangzum Seitenende

DIE DATSCHENFALLE  -  KLEINGÄRTEN VOR DEM AUS?
09.02.2002
Der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) lud am Donnerstag, dem 07.02.2002 um 20:15 Uhr zur Fernsehsendung "Vor Ort" in den Toom-Baumarkt in Wust bei Brandenburg/Havel ein. Unter der obigen Überschrift präsentierte die Moderatorin Carla Kniestädt Diskussionspartner zu den Auswirkungen eines höchst umstrittenen Urteils des Landgerichts Potsdam. Der Einladung des Fernsehsenders sind Marcus Mollnau (Rechtsanwalt), Theresia Theobald (Bundesverband Deutscher Gartenfreunde), Gunter Knierim (Verband der Haus- und Grundeigentümer), Achim Friedrich (Landesverband Brandenburg der Gartenfreunde), Tino Vogel (Liegenschaftsamt Brandenburg/Havel) und viele hundert Kleingärtner aus ganz Brandenburg gefolgt.
Dieses ominöse Urteil liegt KleingartenWeb noch nicht vor, aber der Sendung konnten wir verblüfft entnehmen, daß der Tenor seiner Entscheidung lautet: "Ein Kleingarten ist nur dann ein Kleingarten, wenn mindestens die Hälfte der Fläche mit einjährigen Gartenprodukten bepflanzt ist. Andernfalls handelt es sich um ein Erholungsgrundstück, für welches der Eigentümer eine wesentlich höhere Pacht verlangen kann".
Wer nur ein wenig im Gartenbau bewandert ist, dem muß solch eine Begründung äußerst fadenscheinig vorkommen. Vielleicht ist sie sogar juristisch fundiert. Das können jedoch nur Juristen beurteilen. Mit der Realität im Kleingarten hat das allerdings äußerst wenig zu tun. Nun könnte man meinen, daß dann eben 90 Prozent oder mehr der Kleingärten keine solchen wären. Das würde "den Quatsch noch quätscher" machen, wie ein geflügeltes Wort sagt. Vielleicht hat der Richter ja auch nur gärtnerische Erzeugnisse mit landwirtschaftlichen verwechselt. Wie dem auch sei - die Prozeßbeteiligten auf Kleingärtner-Seite und mit ihnen die Verbände werden alle Hände voll zu tun haben, um diese völlig unnötige Bedrohung des Kleingartenwesens abzuwenden.
Etliche der Kommunen (die in Brandenburg den größten Teil der Kleingartenflächen besitzen) und die privaten Eigentümer meinen nun, daß viele der Parzellen in den vergangenen Jahren vorwiegend zur Erholung genutzt worden seien. Es sei nur recht und billig, dafür ein höheres Nutzungsentgelt zu fordern. Dabei vergessen sie allerdings, daß im Bundeskleingartengesetz sowohl die kleingärtnerische Nutzung, als auch die Erholung verankert sind. Das fragwürdige Urteil gibt ihrer Argumentation nunmehr Auftrieb. Nicht verwunderlich, daß die rund 72.000 Brandenburger Kleingärtner äußerst besorgt sind. Aber sie geben sich auch kämpferisch und wollen sich das nicht gefallen lassen.
Auch Theresia Theobald, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) ließ sich die sehr einseitige Argumentation der Grundbesitzer-Vertreter nicht gefallen. Sie verteidigte vehement das Bundeskleingartengesetz und die darin enthaltene Pachtpreisbindung und hielt den Kontrahenten Studien über die Mitgliederzusammensetzung vor. In ihrer forschen und bestimmten Art widerlegte sie viele der Einlassungen.
In der Sendung kam deutlich zum Ausdruck, daß es sich gerade bei den meisten Kleingärtnern um finanziell weniger betuchte Menschen handelt. Der Anteil einkommensschwacher Menschen wie z.B. Arbeitsloser und Alleinerziehender  ist besonders hoch. Trotzdem faselten die Vertreter der Gegenseite davon, daß den Pächtern ohne den Schutz den Bundeskleingartengesetzes mehr Vorteile geboten würden und diese eben mehr Pacht rechtfertigen.
Nun gut, wer es sich leisten kann, der soll sich eine Datsche kaufen. Er braucht dann nicht mit den Einschränkungen der Kleingärtner leben. Er möge aber daran denken, daß es Andere gibt, die lieber mit den Einschränkungen leben, weil sie sich sonst  mitnichten ein Fleckchen im Grünen leisten können. So meldete sich auch der Vorsitzende eines Vereins zu Wort, der mit dem privaten Verpächter höhere Entgelte für besonders ausgestattete Parzellen vereinbart hatte. Die Mitgliederversammlung war damit einverstanden gewesen. Nun wir freuen uns mit ihm, daß er so zahlungskräftige Mitglieder hat. Was aber geschieht, wenn dieses Beispiel Schule macht mit denen, die sich das nicht leisten können? Und hält die Vereinbarung auch stand, wenn eines Tages Erben vor der Tür stehen oder wird es dann noch teurer?
Mit dem und über das unsägliche Urteil wird noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Die Kleingärtner lassen sich nicht veralbern. Klein beigeben können sie auch nicht, denn sonst wird es eines Tages viele Gärten aber kaum Pächter geben.
 

 zum Seitenanfangzum Seitenende

LANDESGARTENSCHAU EBERSWALDE 2002
20.01.2002
Landesgartenschau Eberswalde Die Landesgartenschau Eberswalde öffnet vom 27. April bis zum 13. Oktober 2002 ihre Pforten. Geöffnet ist täglich von 09:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit.
Landesgartenschau Eberswalde 2002 GmbH
Hotline: 03 31 / 200 47 47
(Mo-Fr 08-20 Uhr, Sa 09-13 Uhr)

Das Angebot:

Visionen - Blühendes Industriedenkmal
Auf dem Gelände des ehemaligen Gutsbezirks Eisenspalterei zwischen Finow und Eberswalde wird die postindustrielle Landschaft am Finowkanal auf der Landesgartenschau Eberswalde lebendig. Entlang des idyllischen Finowkanals schafft die erlebbare Industriegeschichte, eingebettet in einen modernen Park mit vielen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten, ein ganz besonderes Ambiente für die Landesgartenschau Eberswalde. Relikte der Metallindustrie, die Dinosauriern gleich von vergangenen Zeiten künden, werden mit postmodernen Elementen kombiniert. In diesem Spannungsfeld präsentiert sich in einem breiten Blumenband aus 29 Gärten moderne Gartenkunst als sinnlicher Blütenrausch. 200 Jahre industrielle Nutzung, 10 Jahre Brache - Landesgartenschau 2002 - ein blühendes Industriedenkmal entsteht, verwoben in einem Netz attraktiver Veranstaltungen.

Chancen - Blühendes Eberswalde
Eberswalde im Nordosten Brandenburgs, Stadt am Finowkanal, ist die Wiege der Industrialisierung Brandenburgs. Mit der Entscheidung für die Landesgartenschau 2002 hat Eberswalde die Chance ergriffen, sich in seiner Vielfalt zu präsentieren. Tourismus, Industrietraditionen, neue Technologien vitalisieren den Puls der Stadt und prägen ihr neues Gesicht. Stadtspaziergänge führen entlang des Finowkanals, durch die historische Altstadt mit dem alten Rathaus, der Maria-Magdalenen-Kirche aus dem 13. Jahrhundert hinüber zum Forstbotanischen Garten. Die Messingwerksiedlung, die Insektenausstellung des Deutschen Entomologischen Instituts und der schönste Kleinzoo Deutschlands, der Zoologische Garten Eberswalde, sind weitere Höhepunkte, die zur Erkundung einladen.

Inspirationen - Blühender Finowkanal
Der Finowkanal, älteste Wasserstraße Deutschlands, durchzieht still das Finowtal; seichte Hügel erheben sich im Hintergrund, verleihen dem Tal seinen anmutigen Reiz. Vor 400 Jahren wurde der Finowkanal erbaut und erlebte eine wechselvolle Geschichte. Seit 1914 liegt die wirtschaftliche Bedeutung für die Schiffahrt beim Oder-Havel-Kanal. Bei einer romantischen Fahrt auf dem Kanal kann man die Seele baumeln lassen, bequem die Landesgartenschau ansteuern, das Schiffshebewerk Niederfinow bestaunen oder einen Abstecher zum Kloster Chorin unternehmen.

Attraktionen - Viel Vergnügen
Wechselnde Blumenhallen-Schauen in der ehemaligen Hufeisenfabrik, das Gartenband mit 29 Themengärten und zauberhafte Wechselflore lassen ein buntes Panorama der gärtnerischen Möglichkeiten entstehen. Mit der behutsamen Sanierung der Industriebauten geht die Landesgartenschau einen beispielhaften Weg des Umgangs mit dem industriellen Erbe in der Stadt. Das neue Tourismuszentrum Altes Walzwerk mit Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum, die Kunsthandwerkerstätten im Blechenhaus und der Montage-Eber, Wahrzeichen des Kranbaus, mit Aussichtsplattform auf 28 m Höhe, haben ihren alten Charme behalten und sind in diesem Sinne "Neue Zeugen" der Vergangenheit. Mit der neuen Schiffanlegestelle und dem Rastplatz für Wasserwanderer erweitert sich das Angebot der Landesgartenschau zum Wasser. Der Abenteuerwald, Sandspielplätze für die ganz Kleinen und spezielle Jugendangebote lassen keinerlei Langeweile aufkommen. Ein unterhaltsames Veranstaltungsprogramm sorgt für lebendiges Treiben auf der Landesgartenschau. Die neue Freilichtbühne mit 800 Sitzplätzen steht für Großveranstaltungen bereit. Für das leibliche Wohl wird allerorten großzügig gesorgt.

Ticketpreise:
Einzelkarte Themengarten auf der Landesgartenschau Eberswalde 2002
.
Azaleengarten auf der Landesgartenschau Eberswalde 2002
Tageskarte Erwachsene 7,50 EUR
Kinder 6 - 16 Jahre 2,00 EUR
Ermäßigte 6,00 EUR
Dauerkarte*
- Bestellung bis 20.03.2002 48,00 EUR
- Bestellung ab 20.03.2002 52,00 EUR
Dauerkarte Kinder 6 - 16 Jahre
- Bestellung bis 20.03.2002 15,00 EUR
- Bestellung ab 20.03.2002 16,00 EUR
Dauerkarte Ermäßigte
- Bestellung bis 20.03.2002 41,00 EUR
- Bestellung ab 20.03.2002 44,00 EUR
Gruppenkarte**
Gruppen ab 20 Pers. 6,00 EUR

* Die Dauerkarte berechtigt zum 2-mal täglichen Eintritt auf das Gelände während des gesamten Veranstaltungszeitraumes. Sie ist zudem bei allen anderen Landesgartenschauen des Jahres 2002 im Bundesgebiet gültig (Bad Zwischenahn, Großenhain, Hanau, Kronach, Ostfildern, Wismar).
** Die Gruppenkarte ist nur an der Tageskasse erhältlich.
Alle Angaben ohne Gewähr. Aktuelle Infos finden Sie auf der Website der Landesgartenschau.

 

 zum Seitenanfangzum Seitenende