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| WOLFRAM KEMMER MIT 75 JAHREN VERSTORBEN |
| 18.12.2000 |
Mannheim
Er wurde als Freund der Kleingärtner geachtet und geliebt. Im Alter
von 75 Jahren starb Wolfram Kemmer. Viele Jahre war der Diplom-Gärtner
Abteilungsleiter im Grünflächenamt Mannheim. Er leitete dort
die Abteilung Kleingartenwesen/Fachberatung. 1975 war er verantwortlich
für die Kleingärten auf dem Gelände der Bundesgartenschau,
die auch prompt ausgezeichnet wurden. Bei vielen Veranstaltungen kamen
die leute in Scharen, um sich bei ihm fachlichen Rat zu holen. Er organisierte
Wettbewerbe zum Blumenschmuck auf Balkonen und Vorgärten, für
Kleingartenanlagen und Siedlungen, erwirkte mit seinem Chef Josef Bußjäger
zusammen den Generalpachtvertrag zugunsten der Kleingärtner. Selbst
als Rentner besuchte auf seinen Spaziergängen seine grünen Wirkungsstätten.
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| Anmerkung der Redaktion: Herzliches Beileid den Angehörigen auch von uns. |
| 23. BUNDESVERBANDSTAG DER KLEINGÄRTNER |
| 16.09.2000 |
Ulm Die
158 Delegierten des Bundesverbands der Kleingärtner trafen
sich am 02.09.2000 in Ulm zum 23. Verbandstag. Sie beschäftigten sich
mit der Frage nach der Zukunft und dem gesellschaftlichen Standort des
Kleingartenwesens. Eine durchaus relevante Frage, wie Präsident Ingo
Kleist meint. Vertritt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG)
doch bundesweit gut 15 000 Kleingärtnervereine mit mehr als einer
Million Kleingärtnerfamilien. "Diese Menschen finden dort sinnvolle
Freizeitgestaltung, Erholung in der Natur, intakte soziale Beziehungen
und eine gesunde Lebensweise", betont Kleist. So sei für Ausgleich
zu einem Alltag gesorgt, in dem mehr denn je Leistungsstreß herrscht
und Flexibilität gefordert ist. Die Zukunft der Kleingärtner
liege in ihren kleinen Parzellen als Orte psychischen und physischen Ausgleichs,
an denen man Körper und Seele baumeln lassen kann, als wichtiges Element
städtischen Grüns und als Rückzugsgebiet für gefährdete
Kleintiere und Pflanzen. Der Kleingarten ist Schauplatz sozialer Kontakte,
wo an guten alten Traditionen wie Gemeinsinn und Nachbarschaftshilfe festgehalten
wird aber auch weniger Privilegierte in der Gesellschaft integriert werden,
wie Familien mit Kindern, Alleinerziehende, Senioren oder ausländische
Mitbürger.
Die Kleingärtner werden jedoch immer mehr Opfer der finanziellen Enge vieler Kommunen, die dazu tendieren, zusätzliche Belastungen auf sie abzuwälzen, wie Müllabfuhr und Straßenreinigung sowie Grundsteuer. Für manche Kommunen stellten Kleingartenanlagen lediglich interessante und gewinnbringende Baulandreserven dar, sagt Kleist. "Politiker und Verwaltungen müssen die sozialpolitische Bedeutung der Kleingärten bei ihren Entscheidungen berücksichtigen", fordert er und fügte an: "Ganz nebenbei pflegen die Kleingärtner in ihren Anlagen, die jedermann zugänglich und zumeist Teil städtischer Grünzüge sind, öffentliches Grün zum Nulltarif und entlasten dadurch städtische Haushalte". Das vergessen die Verantwortlichen aber leider immer wieder. Während im Osten Deutschlands der Nutzgarten im Vordergrund steht (auch wenn seit der "Wende" ein eindeutiger Trend zu mehr Erholung zu erkennen ist), hatten sich die Kleingärten in den westlichen Bundesländern seit dem 2. Weltkrieg häufig zu akribisch gepflegten Rasenflächen und pflegeleichten Blumenrabatten entwickelt. Eine direkte Umkehrung dieses Trends ist sicherlich noch nicht zu erkennen, aber auch hier sind inzwischen viele Rasenflächen durch Obstbäume und Gemüsebeete ersetzt worden. Chemische Dünger und Insektenvernichter sind selbstverständlich tabu. Zwar haben die Gartenfreunde für die Gestaltung ihrer Parzellen heute weitgehend freie Hand, betonte Kleist. Dennoch seien damit nicht der Verwahrlosung Tür und Tor geöffnet. "Es gibt da schon noch gewisse Vorschriften", so Kleist. Festredner war übrigens der Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Reinhard Klimmt. |