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BEGEHRLICHKEITEN AN HAMBURGS KLEINGÄRTEN
24.12.2000
In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt (Ausgabe vom 18.12.2000) erläutert der Landesvorsitzender des Rings Deutscher Makler (RDM) in Hamburg, Peter Landmann: "Vor allem die zahlreichen zentral gelegenen Flächen der Hamburger Kleingärtner wären ohne große Schwierigkeiten zur Bebauungsreife zu führen. In Klein- und Groß-Borstel, Rübenkamp, dem Bereich Stellingen und rund um die Trabrennbahn sind attraktive Großflächen vorhanden. In Frage kommen sage und schreibe rund 640 000 Quadratmeter noch nicht erschlossener zentrumsnaher Grundstücke. Für die Kleingartennutzer könnten Ausgleichsflächen in den Vier- und Marschlanden geschaffen werden."
Solche Begehrlichkeiten sind natürlich kein Wunder. Eigenheime in guter Lage kosten zwischen 4000 und 5000 DM pro Quadratmeter. Bei Eigentumswohnungen ist noch mehr herausholen: 3000 DM/m2 sind schon normal. Das über 3 oder 4 Etagen gerechnet, würde 9000 bis 12000 DM je Quadratmeter Standfläche des Hauses erbringen. Da ist es nur logisch, daß mit gierigen Blicken auf die Kleingärten geschaut wird, denn die bringen keinen Gewinn. Der soziale Aspekt ist völlig unwichtig und der Rest Natur erst recht. Das Traurige ist, daß nicht nur die Zunft der Makler und potentielle Bauherren an einer Umwidmung der Kleingärten interessiert sind, sondern auch die Stadtplaner.
Bereits im September 2000 haben mehrere große Hamburger Zeitungen darüber berichtet. Daß die Kleingartenanlagen kostengünstige Grünflächen für eine Stadt sind, haben die Verantwortlichen in vielen Städten noch nicht begriffen. Dabei müßten sie für gleiche Flächen in Form von Parks ein Vielfaches von dem bezahlen, was sie jetzt durch Kleingärten nicht bezahlen, sondern einnehmen. Aber wie wir die Kleingärtner und ihren Landesverband kennen, werden sie sich schon zu wehren wissen.
 

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REBELLEN GEGEN DEN FÜRSTEN?
20.10.2000
Kämpft hier David gegen Goliath oder wenige Eigensinnige gegen die solidarische Mehrheit? Das läßt sich jedenfalls über die Entfernung im Internet nicht nachprüfen. Es geht wieder einmal um Versicherungen.
Der 350 Mitglieder zählende Interessenverband der Kleingärtner Hamburg e.V. mit seiner Chefin Gerda von Allwörden behauptet, daß die etwa 40000 Kleingärtner Hamburgs jedes Jahr mehr als 1 Million Mark zu viel für Versicherungen bezahlen müssen. Der Chef des Landesbund der Kleingärtner Hamburg e.V. Ingo Kleist hält dagegen, daß Verband und Vereine 9 Prozent der Versicherungssumme für die Verwaltungstätigkeit von der Versicherung zurückbekommen. Sollten die Leistungen der von der jeweiligen Seite bevorzugten Versicherungen tatsächlich gleich sein, dann stehen 67 DM (im Schnitt) gegen 99,30 DM (Minus 9 Prozent - also etwas über 90 DM). In einem Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt sagte Kleist kürzlich: "Ich bin seit 1981 Geschäftsführer, und bislang hat mir noch niemand günstigere Versicherungskonditionen geboten als die Securitas. Daß wir dort versichert sind, hat die Delegiertenversammlung fast einstimmig so entschieden." Auf Nachfrage soll er allerdings eingeräumt haben, daß der Verband selbst gar keine Angebote bei Versicherungen habe.
Daß der Verband vor einem langfristigen Versicherungsabschluß keine Angebote bei einschlägigen Versicherungen eingeholt haben soll, kann man sich allerdings schlecht vorstellen. Immerhin steht der Verband rund 40000 Mitglieder gegenüber in der Verantwortung.
 
Anmerkung der Redaktion: wir sehen so etwas mit gemischten Gefühlen. Am Althergebrachten festhalten, ohne Neues zu prüfen, geht nicht gut. Das hat uns die Wende in der DDR gezeigt. Andererseits bedeuten Streit und Abspaltungen in oder zwischen den Kleingärtnerorganisationen immer eine Schwächung des Kleingartenwesens.

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